
Experten empfehlen
Topische Therapie bei Psoriasis: Neue Leitlinie in den USA
Anfang März veröffentlichte die Amerikanische Gesellschaft für Dermatologie neue Leitlinien für die topische Behandlung der Psoriasis. Die Empfehlungen berücksichtigen aktuelle Forschungsergebnisse.
Die topische Behandlung, bei der die Mittel direkt auf die erkrankten Hautareale aufgebracht werden, so dass unerwünschte Wirkungen im ganzen Körper weitgehend vermieden werden können, spielt bei der Schuppenflechte eine große Rolle. Die American Academy of Dermatology widmet ihr innerhalb der Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Psoriasis einen eigenen Abschnitt. Darin werden eingehend die besondere Bedeutung der topischen Therapie erläutert und aktuelle Erkenntnisse vorgestellt.
Demnach hat die überwiegende Mehrheit der an Schuppenflechte Erkrankten nur leichte Symptome mit weniger als fünf Prozent Hautbefall. Bei ihnen reicht eine topische Behandlung oft aus. Auch bei mittelschweren und schweren Formen der Krankheit kann die topische Behandlung eingesetzt werden, in diesem Fall jedoch, so die Empfehlung, nur als Ergänzung zu systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Medikamenten oder zur UV-Therapie.
Die neue Leitlinie basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus den Jahren 1960 bis 2008. Die Experten äußern sich darin detailliert zu den Einsatzmöglichkeiten, der Wirksamkeit und den Nebenwirkungen verschiedener lokal einsetzbarer Wirkstoffe wie Kortikosteroide, Vitamin D-Analoga (z.B. Calcipotriol), Vitamin A-Analoga (Retinoide, z.B. Tazaroten), Salicylsäure und ihren Kombinationen. Auch neueste Erkenntnisse zu den Calcineurin-Hemmern Tacrolimus und Pimecrolimus werden beschrieben. Sie sind in Deutschland zur Behandlung der Psoriasis derzeit zwar nicht zugelassen, werden aber aufgrund ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit im so genannten "Off-Label-Use" (Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb der von den nationalen und europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsgebiete) angewandt.
Die Bedürfnisse des Patienten sind entscheidend
Eine grundsätzliche Empfehlung der Leitlinie lautet: Die lokale Behandlung der Schuppenflechte sollte immer den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten Rechnung tragen. Dabei spielen neben der Persönlichkeit und den individuellen Vorlieben auch andere Aspekte eine Rolle ? etwa, welche Körperregionen von der Hautkrankheit betroffen sind (sichtbare Bereiche, Geschlechtsregion u.a.), wie stark die Psoriasisherde ausgeprägt sind und welche Symptome (Rötung, Juckreiz, Hautschuppen u.a.) damit verbunden sind. Das beeinflusst zum einen die Auswahl der Wirkstoffe und zum anderen die Frage, in welcher Form diese zum Einsatz kommen sollen, beispielsweise als Salbe, Gel, Creme, Lösungen, Sprays, Shampoo, Öl oder Lotionen. So eignen sich diese "Träger" der Wirkstoffe in den verschiedenen Körperregionen unterschiedlich gut und werden zudem aufgrund ihres Aussehens und der Art des Auftragens von den Patienten unterschiedlich bewertet und angenommen. Sind die Wünsche und Ziele geklärt, die die Betroffenen mit der Therapie verbinden, wird ein individueller Therapieplan erstellt.
Darüber hinaus empfiehlt die neue Leitlinie, dass sich die Patienten auch bei ausschließlich topischer Therapie regelmäßig dem behandelnden Hautarzt vorstellen. Zwar würden topische Behandlungen in den meisten Fällen gut vertragen, dennoch sei eine unkontrollierte Anwendung der Mittel nicht zu empfehlen.








