
Infektion mit Streptokokken
Möglicher Auslöser für Psoriasis
Nach heutigem Erkenntnisstand spielen bei der Entstehung der Schuppenflechte sowohl erbliche als auch umweltbedingte Faktoren eine Rolle. Große Bedeutung wird der Infektion mit Streptokokken zugeschrieben.
Etwa zwei Drittel erblich und ein Drittel Umweltfaktoren – so sehen Wissenschaftler nach derzeitigem Erkenntnisstand die Ursachen bzw. Auslöser für die Psoriasis. Neben verschiedenen Medikamenten und psychischem Stress scheinen auch Infektionen mit Krankheitserregern verantwortlich für die Auslösung oder Verschlechterung einer Schuppenflechte-Erkrankung zu sein.
Die größte Bedeutung wird dabei sogenannten Streptokokken zugeschrieben. Dabei handelt es sich um rundliche Bakterien, die beim Menschen u.a. Entzündungen im Rachenbereich (Angina) auslösen können. Untersuchungen ergaben, dass besonders häufig ein Typ mit der Auslösung bzw. mit Rückfällen von Psoriasis in Verbindung steht: Streptococcus pyogenes (Beta-hämolysierende Streptokokken der Serogruppe A).
Eine Besonderheit der Streptokokken ist, dass sich die Bakterien in die Zellen der Rachen- oder Gaumenmandeln (Tonsillen) einschleusen können. Dort entgehen sie einerseits der körpereigenen Immunantwort und andererseits auch der Wirkung der meisten Antibiotika. Dadurch bleiben sie im Körper präsent und führen zu wiederholten Krankheitsschüben, auf die das Immunsystem reagiert. Es wird vermutet, dass dabei durch sogenannte Kreuzreaktionen versehentlich Antikörper gebildet werden, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten, im Falle der Psoriasis gegen die Haut.
Mit diesen Erkenntnissen verbindet sich die Hoffnung, durch konsequente Behandlung einer Streptokokkeninfektion mithilfe von Antibiotika oder der operativen Entfernung der Rachenmandeln den Verlauf der Psoriasis günstig beeinflussen zu können. Beweiskräftige Studienergebnisse hierzu stehen allerdings noch aus. Dennoch wird bereits heute empfohlen, Psoriasispatienten, bei denen die Diagnose zum ersten Mal gestellt wird oder bei denen sich bestehende Symptome verschlechtern, auf eine eventuelle Streptokokkeninfektion zu untersuchen. Wird eine akute Infektion nachgewiesen, sollte eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden. Im Falle einer chronischen Infektion im Bereich der Rachen- oder Gaumenmandeln empfehlen einige Fachleute eine operative Entfernung der Mandeln.








