
Wie sieht sie aus?
Die Psoriasis-Arthritis hat viele Gesichter
Die Psoriasis-Arthritis ist charakterisiert durch den Befall eines oder mehrerer Gelenke oder der Wirbelsäule. Die betroffenen Gelenke sind oft schmerzhaft gerötet, geschwollen und überwärmt. Die Beweglichkeit kann dann eingeschränkt sein. Nicht selten findet sich ein gleichzeitiger Befall der Nägel.
Die Beschwerden der Psoriasis-Arthritis ähneln beim Befall der Arme und Beine häufig denen einer rheumatoiden Arthritis und beim Befall der Wirbelsäule den Symptomen eines Morbus Bechterew. Es können einzelne (Monoarthritis) oder mehrere Gelenke (Polyarthritis) sowie die Wirbelsäule (Spondylarthritis) entzündlich verändert sein. Parallel besteht in den meisten Fällen eine Nagelpsoriasis.
Typischerweise sind kleine Gelenke der Finger und Zehen betroffen. Häufig sind auch die Ileosakralgelenke, also die Gelenkflächen zwischen Darm- und Kreuzbein, in das Krankheitsgeschehen einbezogen. Die Veränderungen können schon jahrelang bestehen, obwohl die Betroffenen beschwerdefrei sind. Charakteristisch ist ein akutes Auftreten der Schmerzen und ein einseitiger Befall. Die betroffenen Gelenke sind dann geschwollen und (druck-)schmerzhaft. Die Bewegungsfähigkeit kann eingeschränkt sein.
Abhängig von Lokalisation und Ausprägung der Erkrankung unterscheidet man verschiedene Erscheinungsbilder:
Spondylitis oder Spondylarthritis
Der Befall von Wirbelsäule und Ileosakralgelenke wird Spondylitis genannt. Männer leiden häufiger daran als Frauen. Es kann zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen bis hin zu Verkrümmungen der Wirbelsäule kommen. Die Beschwerden ähneln denen eines Morbus Bechterew, wobei die Erkrankung weniger rasch voranschreitet und mit weniger Schmerzen einhergeht. Gelegentlich fehlen die Beschwerden auch ganz. Die Spondylarthritis ist in etwa 30 % der Fälle mit einem Gelenkbefall vergesellschaftet, welcher den Wirbelsäulenveränderungen in der Regel vorausgeht.
Distale interphalangeale Arthritis
Diese Verlaufsform wird in etwa der Hälfte der Fälle beobachtet. Hierbei sind Endgelenke von Fingern und Zehen betroffen. Der Befall kann symmetrisch oder asymmetrisch sein. Sehr oft ist diese Form mit Nagelveränderungen vergesellschaftet.
Monoarthritis oder asymmetrische Oligoarthritis
Diese Verlaufsform ist mit etwa 70 % am häufigsten vertreten. Bei der Monoarthritis ist ein einzelnes (= "mono") großes Gelenk, bei der asymmetrischen Oligoarthritis wenige (= "oligo") große Gelenke wie Knie oder Ellenbogen betroffen. Diese Form findet sich häufig vergesellschaftet mit einem Befall der Mittel- und Endgelenke von Fingern und Zehen sowie der Zehengrundgelenke.
Symmetrische Polyarthritis
Die symmetrische Polyarthritis ist durch einen beidseitigen Befall vieler Gelenke gekennzeichnet und lässt sich im klinischen Erscheinungsbild oft schwer von der rheumatoiden Arthritis unterscheiden. Der Verlauf ist jedoch in der Regel milder. Die für Gelenkrheuma typische Morgensteifigkeit ist hier wie bei allen Formen der Psoriasis-Arthritis geringer. Die symmetrische Polyarthritis tritt in etwa einem Viertel der Fälle auf.
Dactylitis
Hier sind die Grund-, Mittel- und Endgelenke von einzelnen Fingern bzw. Zehen betroffen.
Enthesitis
Die Enthesitis ist eine Entzündung im Übergangsbereich zwischen Sehnen und Knochen und an straffen Bandverbindungen. Besonders häufig sind der Ansatz der Achillessehne an der Ferse sowie der Ansatz der Sehnenplatte unter dem Fuß am Fersenbein betroffen. Es kann dabei das Bild eines entzündlichen Fersensporns entstehen.
Arthritis mutilans
Die Arthritis mutilans wird auch "verstümmelnde Arthritis" genannt. Sie ist durch einen besonders schweren Verlauf gekennzeichnet. Mit etwa 5 % der Fälle kommt sie jedoch zum Glück relativ selten vor. Betroffen sind vor allem Hände und Füße aber auch die Wirbelsäule, vor allem die Ileosakralgelenke. Die Erkrankung geht mit einem Abbau von Knochensubstanz (Osteolyse) einher. Das kann schwere Verformungen und eine Einschränkung der Beweglichkeit zur Folge haben. Häufig nehmen die Betroffenen eine Schonhaltung ein, welche einen Beweglichkeitsverlust zusätzlich unterstützt.
Akute Schübe sind häufig mit einer Verschlechterung der Hautsymptomatik verbunden und können mit Fieber und Gewichtsverlust einhergehen.







